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was für ein debut !!!

 

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen was für ein debut !!!, 29. November 2010
Von 
Stephan Urban "stevo"  (wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Insomnia (Audio CD)

dieses album ist für menschen mit hang zu entspannender wohlfühlmusik gemacht und man möchte den geneigten hörer keineswegs einschläfern, sondern vielmehr auf hohem niveau unterhalten.

umso erstaunlicher, dass es sich hier um ein erstlingswerk handelt. völlig selbstbewusst - abgesehen von zwei traditionals - werden ausschließlich eigenkompositionen zu gehör gebracht.
eigenwillig auch, dass die sprache gewechselt wird, beinahe abwechselnd kommen die songs in norwegisch oder in englisch daher.

harriet müller-tyl, eine geborene norwegerin lebt seit 1993 in wien und verfügt über eine klare, zwischentonreiche stimme mit hohem wiedererkennungswert. begleitet wird sie von bertl mayer (der sonst bei der großartigen alegre correa band tätig ist) an der mundharmonika, von heimo trixner an einer dezenten jazzgitarre und von oliver steger, der engagiert seinen stehbass zupft.

die songs fließen nur so dahin, ganz selbstverständlich klingt das, sehr eigenständige musik, die empfindungsmäßig zwischen der kargheit des nordens und südländischem feuer oszilliert. auch wenn das wie ein widerspruch klingt - es ist keiner, das passt und muß genau so sein.

harriet müller-tyl ist mehr als eine weitere norwegerin, die musik im spannungfeld von kari bremnes, mari boine persen, solveig slettahjell oder maria pihl hervorbringt. sie tut das nämlich mit großer klasse, auf hohem niveau und sie hat sich zwischen diesen damen ihren eigenen, ganz speziellen claim abgesteckt. mal sehen, was hier sonst noch gefördert wird.

diese scheibe ist den künstlern offenbar leichtgefallen und sie ist so gut und ausgereift geworden, dass es schwer sein wird, dem debutalbum ein noch besseres folgen zu lassen.
diesbezüglich darf man gespannt sein...

auch die tonqualität ist noch zu erwähnen: viel besser geht das nicht, eine intime, audiophile aufnahme, die nicht das geringste nebengeräusch unterschlägt, den stehbass beinahe körperlich an seinen platz stellt und die stimme völlig frei mit allen atemgeräuschen im raum entstehen lässt.

ein großartiges debut, eine perfekte produktion, schön, dass es so was noch gibt!

6. April 2011 - 11:34